Ecuador: Kanufahrten auf dem Cuyabeno River

Jede Kanufahrt auf dem Amazonas ist unvergleichlich. Mal dreht der junge Fahrer am Ende unseres Bootes den Motor ganz weit auf, die Spitze hebt sich aus dem Wasser und weiße Gischt spritzt an den Seiten auf. Dann gleiten wir wieder ganz still den Fluss mit der Strömung hinab. Man hört nur das leise Plätschern der winzig kleinen Wellen am Bug. Wir gleiten über braunes, aufgewühltes Wasser im Regenschauer, über ruhiges, sonnendurchflutetes, dunkelgrünes Nass bei Sonnenuntergang oder über tiefes Schwarz unter dem Sternenhimmel.

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Kanufahrten auf dem Cuyabeno Natioal Park

Adleraugen
Egal wie schnell wir fahren oder wie weit das nächste Tier entfernt ist, unsere Guides und die Fahrer der Kanus sehen sie. Ein kleines Zeichen von unserem Guide Andrés und der Fahrer stellt den Motor aus oder dreht und fährt langsam an die Stelle zurück, wo sich ein Tier im Dickicht versteckt. Die Passagiere blicken hektisch suchend in die Wipfel um schnell zu sehen, was die Adleraugen der Profis entdeckt haben. Doch meistens sehen wir nichts. Auch nach der Erklärung, wo wir genau hinschauen sollen, sind nur etwa 50 % der Dschungelurlauber schlauer. Am großen Ast bei der Gabelung rechts, beim dritten Blatt von links sitzt ein Tukan, oder direkt vor uns im Geäst ein Faultier. Nur 5 m von uns entfernt trocknet es sein Fell. Oder eine Schlange auf einem Ast direkt über dem Wasser – perfekt getarnt. Und nicht selten wird dann noch gleich das Geschlecht bestimmt, als wir endlich gerade einmal in etwa die Umrisse entdeckt haben. Oder das ist ganz klar der Papagei mit dem blauen statt dem gelbem Hals, der hoch in der Luft über uns fliegt. Ohne unsere Guides wäre der Regenwald für mich meistens einfach nur Grün. Außer die Äffchen, die würde ich vielleicht noch entdecken – sie bringen ganze Bäume zum wackeln.

Meine Lieblinge: Totenkopfäffchen

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Wir werden beobachtet!

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Suchbild: Auf dem Foto sind drei Fledermäuse zu sehen.

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Ein Faultier trocknet sein Fell – nur wenige Meter von uns entfernt

Jedes Tier im Regenwald hat seinen eigenen Rhythmus. Vögel kann man vor allem morgens beobachten, wenn kleine Insekten durch die Luft fliegen. Säugetiere sind eher tagsüber anzutreffen – wie wir Menschen – und nachts kriechen Schlagen durch das dicht über Wasser hängenden Dickicht und Kaimane warten am Ufer auf ihre Beute. Und wenn man ganz viel Glück hat, sichtet man am Morgen Süßwasserdelfine, auch Pink River Dolphine genannt. Sie sollen ganz schön hässlich sein, verrät uns Andrés. Sie haben eine lange Schnauze mit Zähnen, eine hohe Stirn, winzige Augen und haben einen flexiblen Hals. Anders als die Delfine im Ozean springen sie so gut wie nie, sondern tauchen nur kurz auf, um ca. alle 3-4 Minuten Luft zu holen. Und dabei haben wir die Flosse eines grauen, eines jungen Exemplars gesehen.

06:30 Uhr: Bird Watching
Der Regenwald wird langsam wach und wir gleiten in Dunstschwaden leise über das Wasser.

 

Tukan, Stinky Turkeys und Kingfisher

 

Sonnenuntergang in der Laguna Grande

 

Auf der Suche nach Kaimanen unter dem Sternenhimmel
Noch völlig euphorisch von dem spektakulären Sonnenuntergang in der Lagune warteten wir bei einem Bierchen im Kanu auf die Dunkelheit und damit auf die Kaimane. Diese Krokodile verstecken sich oft direkt am Uferrand, unter dem schützenden Dickicht des Regenwaldes.

Sobald sich die ersten Sterne am Himmel zeigten und die Bäume nur noch als Schatten erkennbar sind, schmeißt der Fahrer unseres Kanus den Motor an und wir jagen durch die Dunkelheit. Der Weg lediglich durch die Taschenlampe unseres Guides Andrés erhellt. Der Lichtkegel zuckt von rechts nach links, scannt das Dickicht über dem Ufer ab und die Wasseroberfläche am Ufer. Von oben nach unten. Rechts, links. Links, rechts und von unten nach oben. Mein Kopf folgt dem Kegel unweigerlich und ich versuche gespannt ein rotes Blitzen der Augen einer Schlange oder eins Kaimans vor den anderen zu sehen. Doch es blitzt nichts. Dafür leuchten immer mehr Sterne über uns, während der Wald in dunklen Schatten neben uns vorbeirauscht.

Nach einigen Minuten, aus der vollen Fahrt heraus, bleibt der Kegel der Taschenlampe an einem Ast hängen. Der Fahrer drosselt den Motor, dreht, und wir halten neben dem Gebüsch an. Eine Schlange! Wie bitte konnte unser Guide die aus der Fahrt heraus erkennen??

Und es sollte nicht die einzige Entdeckung dieses Abends bleiben:

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Ein kleiner Kaiman, 70 cm lang, schaut aus dem Wasser

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