Australien: Alte Geister in Australiens Regenwäldern

Unsere letzten Tage auf der Great Ocean Road brachen an, doch wir hatten das Gefühl, als wären wir schon ewig hier und ständen nicht erst kurz vor der Halbzeit – so sollte es immer sein!

Wir verbrachten die Nacht im Princetown Recreation Reserve, ein Campingplatz, wo sich Menschen und Kängurus „Gute Nacht“ sagen. Doch mit einer Känguru-Herde kommen auch viele Känguru-Herde-Köttel und damit umso mehr Känguru-Herde-Köttel-Fliegen, die uns am nächsten Morgen zur Känguru-Herde-Köttel-Fliegen-Weißglut trieben! Doch meinen gestrigen Australien-Moment werde ich so schnell bestimmt nicht vergessen.

Wie bereits schon einmal erwähnt, kam mir vor dieser Reise immer zuerst das Outback Australiens in den Sinn, wenn ich an diesen Kontinent dachte. Roter Sand und Ödnis. Und natürlich Kängurus! An Kängurus denke ich eigentlich immer. Dufte Typen! Doch ob man es glaubt oder nicht, in Australien gibt es auch Regenwälder; auch auf der Great Ocean Road. Zwar seilen sich hier keine Affen von Baumkronen, doch die Wälder sind erfüllt mit neuen, tatsächlich Affen-ähnlichen Geräuschen. Diese Geräusche kommen jedoch von den heimischen Vögeln, die sich ebenso in den Baumwipfeln verstecken. Es ist feucht, bis über 100 m hohe Bäume bilden ein Blätterdach und Farne, höher als man selbst, umsäumen den Weg.

Wir machen einen Spaziergang durch den Maits Rest Rainforest Boardwalk, eine 20-minütige kurze Wanderung 17 km westliche von Apollo Bay. Während wir auf geebneten Wegen und über Holzplanken laufen, stelle ich mir vor, wie früher Menschen durch das Gehölz Wombats und Kängurus jagten. Wie der frische Tau von den Blättern fiel und die Luft erfüllt war von den Klängen wilder Tiere. Der Regen erreicht nur noch in ganz feinen Tropfen die Erde und benetzt, wie bei mir heute, Haut und Haare der Menschen, die vor Jahrhunderten hier wandelten. Hier im Regenwald fällt es einem nicht schwer, sich das vorzustellen, denn er wirkt schon fast ein wenig verwunschen. Über dem Boden wabern immer wieder Nebelschwaden – sie bewegen sich nicht. Sie stehen einfach im windstillen Raum, kurz über der Erde, an den Bäumen und zwischen Ästen ….

Okay, das war Chris E-Zigarette. Aber es sieht mystisch aus und lässt die Besucher hinter uns stocken. Vielleicht hätten wir Ihnen nicht die Wahrheit über die Entstehung dieser Schwaden sagen und sie im Glauben an ein wenig verbliebene Mystik in diesen alten Wäldern lassen sollen.

Wir machen einen weiteren Walk zu den Triple Falls, wenige Kilometer von dem vorherigen Regenwald entfernt. Auch hier umsäumen Farne und Bäume die Wege und hier sollen sogar Schnabeltiere gesichtet worden sein. Wir haben leider keins gesehen, doch wir genossen die frische Luft und die Schönheit der Natur.

Unser Navi, das ist wirklich ein Lausbub. Schickte uns mal wieder von den großen (direkten) Straßen hinab und leitet uns durch versteckte Winkel. Doch dieses Mal hat es sich noch mehr gelohntals sonst, denn unser Camper Chewie kam ebenfalls in den Genuss Farne, größer als Chewie selbst, tiefe, grüne Täler und unglaublich hohe Bäume zu sehen. Wer von den Triple Falls die Gravel Road verlassen hat, sollte unbedingt nach rechts Richtung Apollo Bay biegen – dann wisst ihr wovon wir reden! Für alle anderen hier ein kleiner Eindruck:

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