Australien: Wildlife auf den ersten 100 m

‚STRAYA – HERE WE COME! Chris und ich landeten am 15. Februar in Adelaide; Australien, von wo aus wir mit einem Campervan bis zum 24. Februar nach Melbourne über die Great Ocean Road fahren. Am 26. Februar fliegen wir dann mit dem Flugzeug nach Tasmanien, wo wir wieder mit einem Campervan umherreisen. Am 11. März geht es dann ins hoffentlich nicht mehr so kalte Deutschland zurück. So, jetzt kennt ihr unseren Plan, und wir sind dabei ihn auszuführen! Whoop Whoop.

Eigentlich hatte ich den perfekten Plan, direkt nach dem Flug noch im Flughafen die freie Dusche zu nutzen. Denn wenn man on the Road ist und ggf. wild campt sollte man jede Dusche mitnehmen, die man kriegen kann. Man weiß nicht, wann man wieder die Möglichkeit hat. Frisch und fresh macht das Reisen doch 10x so viel Spaß. Ja, leider konnte ich selbst diese Regel nicht befolgen, denn die Frauenduschen waren under construction. Ärgerlich, denn es ging gleich darauf zum Hof von Wicked Camper, wo wir unseren bunt, obszön bemalten Premium Camper in Empfang nahmen. Wir nennen ihn Chewie – nach Chewbacca von Star Wars. Denn genau einen solchen Sound machte er, wenn wir die Kofferraumklappe öffnen. Rrrrrrrr.

Entgegen der ganzen Warnungen im Internet stellte sich Chewie als einen äußerst solide, intakten und für unsere Bedürfnissen völlig ausreichenden Weggefährten heraus. Zufälligerweise lag der Preis für diesen „besseren“ Wicked Campers genauso wie für die Low-Budget-Version „Iconic 2-Sleeper“. Da hbe ich mir natürlich Chewie geschnappt. Ein solcher wird uns dann über Tasmanien tragen. Nach nettem Fragen nach einer Straßenkarte die Südküste oder zumindest aus der Stadt raus, erhielten wir kostenfrei noch ein Navi dazu.

Das ist übrigens echt Gold wert! Es führt uns zwischendurch zwar ganz schön durch die Buttnik, an Schafen und Steaks – entschuldigt Kühen – vorbei, doch dadurch sehen wir definitiv mehr als nur den Freeway. Roadtrip für Fortgeschrittene – oder doch eher Anfänger?K800_IMG_1640


Sichtung: Pelikane, Emus und Schaaferoos

Wir wollten so schnell wie möglich aus Adelaide raus ans Meer und uns auf die Straßen Australiens begeben. Also stopften wir alles nur kurz in den Camper und es ging los Richtung Great Ocean Road.

Langsam änderte sich das Bild vor unseren Fenstern von Vorort zu Freeway und ich konnte es kaum erwarten, meine ersten Kängurus zu sehen! Nachdem wir nach zwei Stunde Fahrt noch keine sahen, malte ich mir bereits aus wie es wäre, wenn ich als wahrscheinlich einzige Urlauberin, die fast einen Monat durch Australien tourt, kein Känguru zu Gesicht bekommt. Doch dann sah ich es, mein erstes Känguru und es war ganz schön groß! Und tot. Es lag am Straßenrand. Dann, mein zweites Känguru – es war nur noch ein Skelett. Jetzt aber! Ganz aufgeregt rief ich: Känguru, Känguru! Doch worauf ich freudestrahlend zeigte war nur ein Schaf. Ein Schaferoo. Ein Schaaf, getarnt als Känguru.

Dann, endlich, beim vierten Mal war es tatsächlich soweit. Zwei süße Köpfchen schauten aus dem hohen Gras hervor, an welchem wir entlangfuhren.

Die Känguru-Bilanz blieb jedoch leider bis zum Grampians National Park negativ. Heißt wir sahen mehr tote Kängurus am Straßenrand als lebendige. Doch auch wenn wir mit den Kängurus am Anfang nicht so Glück hatten, hatten wir es doch mit allem anderen – vor allem mit dem australischen Wildlife. Hier ein paar Eindrücke aus den ersten Tagen:

Meningie: Unser erster Stopp & Campingplatz
Wir erreichen Meningie als erster Ort (300 Einwohner) mit Blick aufs Wasser: dem Lake Albert. Direkt am Ufer fanden wir in einem schnuckeligen und einzigen Campingplatz einen Standplatz für unseren Camper. Erst einmal Vorräte auffüllen, unter die wohlverdiente Dusche und so langsam komme ich in Australien an. Vor uns schwammen wilde Pelikane auf dem See und dümpelten zwischen den Sträuchern im Wasser nach Nahrung.

Coorong National Park: Wilde Emus & der pinke Salzsee
Mein Reiseführer kündigte wilde Emus im Coorong National Park an, doch ich konnte irgendwie nicht an einen solch großen Zufall glauben. Wir bogen gleich nach dem Ortsschild auf einen Schotterstraße ab und holperten los. Zwischendurch zweifelten wir, ob es hier überhaupt etwas außer eine schöne Landschaft zu entdecken gibt (als ob das nicht schon reichen würde). Doch als wir dachten es kommt nichts mehr, kam von irgendwo ein Emu her. Und dann noch einer, und eine ganze Emu-Familie, die von einer anderen Emu-Familie verscheucht wurde. Keine 50 m auf der anderen Seite eines Flusses staksten sie entlang und machten es sich am Ufer gemütlich. Auf dem Rückweg stakste eine ganze Emu-Marschkapelle auf uns zu.

Wir erreichten gerade wieder den Freeway und bogen rechts ab, als wir schnell wieder stoppen mussten. Ein quietsch-rosa Salzsee lag direkt an der Straße. Sachen gibt’s in Australien …

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Kingston SE: G’day Larry the Lobster
Das ist Larry, Larry the Lobster. Larry gehört zu den Big Things Australiens, übergroße Darstellungen von normalerweise kleineren Gegenständen und Tieren. Mit seinen nun 36 Jahren ist Larry ganz schön in die Jahre gekommen und braucht erst einmal ein kleines spa treatment / Sanierung. Larry ist 17 Meter hoch und damit größer als ich.

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Robe & Beachport: Ausgesperrt mit Meeresblick
Meer! Frische Meeresluft und das feuchte (kalte) Nass umspielte unsere Füße. Wir erreichten das erste Mal einen Strand und ich sperre uns glatt aus. Für das Foto muss Chris im Nachgang mit vereinten Kräften mit anwesenden weiteren Männern die Tür aufstemmen, damit wir wieder an die eingeschlossenen Schlüssel kommen. Jetzt regnet es ein bisschen rein. Kann ich denn wissen, dass Chewie sich nach 30 Sekunden automatisch wieder zuschließt? Ich antworte für euch: Nein.

Mount Gambier: Wildcampen am Blue Lake
Der Sonne ging langsam unter und wir brauchten einen Schlafplatz. Während meiner langjährigen Campervan- und Roadtrip-Erfahrung einschließlich Wildcampen haben ich mir ein paar Tricks angeeignet. Einer davon lautet: Suche dir einen Parkplatz, am besten mit einer öffentlichen Toilette.

Das klappte in diesem Fall am Blue Lake – Seen sind ein Indiz für die oben genannten Kriterien – leider nicht, denn er befand sich mitten in einer Stadt. Genau genommen ist der Blue Lake ein mit leuchtend blauem Wasser gefüllter Vulkan-Krater. Zweimal im Jahr wechselt der See über Nacht seine Farbe von blau zu grau und wieder zurück. Die Wissenschaftler haben bis heute keine Erklärung für dieses Phänomen.

Nach einigem Umhergefahre (Holiday Caravan Parks schließen für unsere Verhältnisse sehr früh ihre Pforten) fanden wir dann einen Parkplatz (ohne öffentliche Toilette). Doch wir sind ein wenig aus der Übung, das klappt beim nächsten Mal bestimmt.

Back on the Road <3!

 

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